Citharischius crawshayi
 

Herkunft : Ostafrika / Kenia
Lebensweise : Röhrenbewohnend
Körperlänge : bis zu 9 cm
Temperatur Tags : 22-24 "C
Temperatur Nachts : ca. 18 "C
Luftfeuchtigkeit : 70-80 %
Fressverhalten : nimmt Futter gut an.
Nahrung : Heimchen, Grillen, Mäuse
Haltung : 20x20x40 cm (LxBxH), Haplo-Spezial-Tank
Verhalten : aggressiv
Verteidigung : Beinschlagen, Abwehrbiss
Deutscher Name : "Kenia Riesenvogelspinne"
Erstbeschreibung :
POCOCK, R. I. (1900f). Some new African theraphosoid spiders in the British Museum. Ann. Mag. nat. Hist. (7) 6: 489-494.
Wachstum : sehr langsam.
Lebenserwartung : Unbekannt!
(schätzungsweise um die 60 Jahre)

Keine Anfängervogelspinne!

Haltung seit: Oktober 2007

Anmerkung:
Diese Vogelspinnen Art braucht 8 Jahre und mehr bis sie adult ist.
Sie wächst zudem extrem langsam.

Citharischius crawshayi ist nun ein Synonym:
Der neue Name lautet: Pelinobius muticus
Gallon, R. C. 2010. On some Southern African Harpactirinae, with notes on the eumenophorines Pelinobius muticus Karsch, 1885 and Monocentropella Strand, 1907 (Araneae, Theraphosidae). Bull. Br. arachnol. Soc., 15 (2): 29-48.

Meine Erfahrungen Bisher:

Eine sehr interessante Art, die zudem relativ groß wird. Bereits ab einer Körperlänge von etwa 2 cm zeigen sie ihr aggressives Abwehrverhalten und können dann sehr unangenehm bei der Handhabung werden. Lediglich Exemplare die sich im Terrarium eingelebt haben, zeigen sich eher scheu und ziehen sich bei einer Störung sofort zurück.

Meine beiden Exemplare sind relativ umgänglich gewesen. Mein juveniles Tier von etwa 3 cm Körperlänge ließ sich problemlos aus einer mit Blumenerde gefüllten Dose fangen und später ins neue Terrarium umsetzen. Dabei zeigte dieses Exemplar von mir keinerlei aggressives Verhalten, sondern suchte sofort die Flucht.

Mein weibliches Exemplar von Citharischius crawshayi (hatte genau 7,5 cm Körperlänge) war ebenfalls sehr ruhig beim Umsetzen in seinen Haplotank. Fast schon gemütlich verhielt sich meine "Herzdame", so dass es mir ohne weiteres möglich war ein paar Fotos von ihr direkt nach dem Umsetzen zu machen. Im Terrarium selbst zeigt auch mein Weibchen ein starkes Fluchtverhalten. Zwar wird diese Art als "sehr aggressiv" beschrieben, was wohl auch meistens zutrifft, jedoch kann ich davon nicht berichten.

Citharischius crawshayi ist eine sehr berechenbare Vogelspinne, da sie meistens in Drohstellung und laut stridulierend sich aufrecht hinstellt um sich zu verteidigen. Dieses Verhalten sehe ich als "berechenbar" an.

Bei der Auswahl des Terrarium greift man am besten auf ein "Haplopelma spezial Tank" zurück. Ich verwende statt der speziellen Tanks, ein Hochkantterrarium für Baumbewohner. In dieses fülle ich den Bodengrund aus Blumenerde schräg anlaufend nach oben ein. Den Boden feuchte ich gut an, und drücke diesen fest. Dazu stecke ich ein stück Kork in den oberen Teil des Beckens und grabe ein Loch vor. Diese Haltungsmethode ist mir durch Boris F.Striffler bekannt geworden.

Der Bodengrund sollte eine Höhe von mind. 15 cm haben, aber es ist durchaus besser mehr einzufüllen. Als Bodengrund kann man Blumenerde mit Lehmpulver vermischen im Verhältnis 30:70 (Lehm zu Blumenerde). Diesen drückt man möglichst fest an, damit es einen festen und grabfähigen Bodengrund erhält.

Es empfiehlt sich zudem eine kleine Höhle vor zu stechen.
Denn grade größere Exemplare leben sich nur schwer in einem neuen Terrarium ein. Dies mag vielleicht daran liegen, dass diese ausschließlich Wildfänge sind. Nachzuchten stammen ebenso aus Wildfang Kokons - da Citharischius crawshayi noch nicht oft in Gefangenschaft nachgezogen wurde.

Eine Besonderheit bei dieser Vogelspinne ist, dass sie besonders laut stridulieren (zischende Geräusche erzeugen) kann. Dieses macht diese Art bereits bei kleinen Störungen. Nicht selten stellen sich die Tiere in Drohstellung dabei und schlagen mit den Vorderbeinen nach einem.

Die Weibchen von Citharischius crawshayi haben sehr kräftige Hinterbeine, die zum Graben benutzt werden. Die Männchen haben diese kräftige Hinterbeine jedoch nur bis zur Reifehäutung. Und verlieren diese dann komplett, weshalb die Männchen lange Zeit einer anderen Gattung zugeordnet wurden.


Mein Citharischius crawshayi, Männchen 10/2009

Zur Verpaarung:

Gegen ende Oktober 2009 hatte ich das Glück ein geschlechtsreifes Citharischius crawshayi Männchen von Timo Raab zu erwerben. Dieses bot er in einem Vogelspinnenforum an, zunächst nur zur Übergabe bei der VSIG Darmstadt. Da sich jedoch keiner fand, der das Männchen hätte gebrauchen können, bekam ich ihn. Was ein perfekter Zeitpunkt war. Denn drei Wochen zuvor hatte sich mein Weibchen gehäutet, was ich bei dem selbstgebauten Haplotank in dem Sie lebte, gut sehen konnte.

Das Männchen verhielt sich für eine Citharischius crawshayi sehr ruhig und zeigte keinerlei Aggressivität. So das ich es erstmal in eine Fürst-Dose setzte, damit er sich etwas ausruhen konnte von dem Transport zu mir.

Zwei Tage nach seiner Anreise zu mir gab ich das Männchen dann zu meinem 7,5 cm Körperlänge großen Weibchen in ihr Terrarium. Das Männchen bewegte sich langsam und rhythmisch zuckend aus der Dose direkt auf den Eingang der Höhle meines Weibchens zu. Dort angekommen trommelte er einige male, jedoch kam das Weibchen nicht hoch. Sie trommelte deutlich hörbar zwar zurück, jedoch bewegte sie sich auch nach längerem hin und her getrommel nicht nach oben.

Irgendwann ging das Männchen dann langsam in ihre Höhle und begab sich rhythmisch bewegend nach unten (etwa 30 cm tief). Als er unten war trommelten beide sehr heftig, ich beobachtete alles durch das Seitenglas und hoffte das das Männchen diese Aktion überlebte. Es dauerte keine 60 Sekunden und das Männchen hatte das Weibchen aufgestemmt und nach oben gerichtet. Sofort sah ich wie er seinen Bulbus unter ihr einführte und so die Kopulation vollzog. Nachdem der erste Bulbus drin war, folgte auch noch der zweite. Als sich das Männchen wieder von dem Weibchen trennte geschah dieses sehr langsam und in Ruhe. Das Weibchen schien in einer art Hypnose verfallen zu sein und blieb sekundenlang in Aufrichterhaltung  stehen, während das Männchen sich relativ schnell dann auch hinauf machte zum Höhlenausgang.

Kurz darauf fing ich das Männchen wohlauf aus dem großen HaploTank. Er bekam danach zwei große Grillen die er auch sofort verspeiste. Alles schien bestens. Jedoch verstarb mein Weibchen nur drei Tage nach der Paarung. Wie sich später rausstellte lag dieses an einer Vergiftung. Was für mich verdammt ärgerlich war.

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